
Bau-Turbo passiert Bundestag
Der Bundestag hat letzten Donnerstag das âGesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherungâ beschlossen. Der so genannte Bau-Turbo ermöglicht das Abweichen von vielen bisherigen bauplanungsrechtlichen Vorschriften, um den Wohnungsbau in Deutschland zu beschleunigen. Im parlamentarischen Verfahren kam es noch zu Anpassungen am Gesetzentwurf. Dieser wird nun dem Bundesrat zum zweiten Durchgang zugeleitet.
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âMit dem Bau-Turbo haben wir ein neues, mutiges Instrument, das unser Land wirklich voranbringen kannâ, findet Bundesbauministerin Verena Hubertz. âStatt fĂŒnf Jahre fĂŒr ein Bebauungsplanverfahren zu brauchen, kann die Gemeinde dem Bauvorhaben jetzt innerhalb von drei Monaten zustimmen. Damit können zum Beispiel ganze HĂ€userzeilen einer StraĂe aufgestockt oder innerstĂ€dtische Brachen fĂŒr neue WohngebĂ€ude genutzt werden. Die Gemeinde kann im Rahmen der Zustimmung auch einen bestimmten Anteil an sozialem Wohnungsbau verlangen.â
Lob aus der Holzbranche
GrundsĂ€tzliches Lob fĂŒr das verabschiedete Gesetz kam direkt am letzten Donnerstag vom Deutschen SĂ€ge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH). Der Verband begrĂŒĂt zudem ausdrĂŒcklich, dass in den parlamentarischen Beratungen weitere Abweichungsregeln fĂŒr NichtwohngebĂ€ude und sicherheitsrelevante Bauten in das Gesetz mit aufgenommen wurden.âDer ursprĂŒngliche Entwurf enthielt bereits vielfĂ€ltige Abweichungsregelungen fĂŒr die Schaffung von neuem Wohnraumâ, kommentiert DeSH-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Julia Möbus. âDeren Ausweitung auf NichtwohngebĂ€ude, wie ParkhĂ€user oder SupermĂ€rkte, ist vor allem fĂŒr Aufstockungen und Nachverdichtungen im Bestand eine wichtige Grundlage und eröffnet dem Holzbau weitere Potenziale.â Ebenfalls positiv bewertet der Verband die neu eingefĂŒhrte Privilegierung sicherheitspolitisch relevanter Bauten. Damit wird die Errichtung von Anlagen der Bundeswehr, wie Kasernen oder Ausbildungseinrichtungen, kĂŒnftig erleichtert und beschleunigt.
Konferenz zur Praxisumsetzung
Der DeSH mahnt nun eine entschlossene Umsetzung in den Kommunen an, damit der Bau-Turbo nicht auf dem Papier endet. Das sieht die Bundesbauministerin offenbar Ă€hnlich. Verena Hubertz: âDer Bau-Turbo ist kein Hebel, an dem wir ziehen und dann fallen Wohnungen vom Himmel. Es kommt drauf an, dass wir alle gemeinsam mitanpackenâ.Damit der Turbo in der Praxis zĂŒndet, will das Ministerium den Kommunen bei allen Fragen zur Seite stehen und sie unter anderem mit einem Praxisleitfaden unterstĂŒtzen. Hubertz kĂŒndigte in ihrer Bundestagsrede zudem fĂŒr den 17. Oktober eine Online-Konferenz zu den Umsetzungsfragen an. âAlle Stadtentwickler, Stadtplanerinnen, kommunalen Vertreter und Pressevertreter sind herzlich eingeladen, digital dabei zu seinâ, so die Ministerin. âDort werde ich den weiteren Prozess fĂŒr ein Umsetzungslabor vorstellen, und es gibt die Möglichkeit Fragen zu stellen.âDer DeSH mahnt darĂŒber hinaus auch verlĂ€ssliche finanzielle Rahmenbedingungen an. âFörderprogramme mĂŒssen langfristig angelegt und ausreichend ausgestattet werden, um wieder Investitionen anzustoĂenâ, sagt Verbands-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Julia Möbus. âOhne eine stabile und planbare Förderkulisse werden die MaĂnahmen ins Leere laufen.â
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